Das Bestehen des unbeschränkten Luftfahrerscheins (B-Schein) setzt die A-Lizenz (A-Schein), ein Jahr Flugerfahrung mit zehn halbstündigen, im Flugbuch eingetragenenen Flügen und zwanzig weitere Theoriestunden nebst Prüfung voraus. Mit dem B-Schein sind den Piloten nun auch unbegrenzte Überlandflüge gestattet.
Der B-Stall ist ein Manöver zum schnellen Abbau von Höhe. Sein Name kommt daher, daß bei diesem Flugmanöver beide B-Tragegurte symetrisch nach unten gezogen werden. Dadurch erreicht man einen kontrollierten Strömungsabriß mit Sinkenwerten zwischen 6 und 10 m/s ohne Vorwärtsgeschwindigkeit. Beim Einleiten des B-Stalls sollte der Pilot sehr darauf achten die B-Leinen zu verwenden. Ein Verwechslung mit den C- oder C/D-Tragegurten kann zu einem, mit einem Fullstall vergleichbaren, Strömungsabriß führen. Bei der Ausleitung des B-Stalls muß darauf geachtet werden, daß der Schirm nicht in den Sackflug gerät.
Höhendifferenz zweier Punkte, bei der der Luftdruck um 1 hPa abnimmt. In Nähe des Meeresspiegels gilt im Mittel 1 hPa = 8m als Höhendifferenz. Mit zunehmender Höhe wächst die barometrische Höhenstufe: in 5000m entspricht die Höhenänderung um 1 hPa etwa 14 m.
Bärte sind schmalbandige Schläuche von aufsteigenden warmen Luftmassen (s. Thermik, Thermikflüge), die von Flugsportlern zum Höhengewinn genutzt werden.
Beaufort-Skala. Eine vom englischen Admiral Sir Francis Beaufort (1774-1852) aufgestellte, ursprünglich zwölfteilige (ohne Windstille), später auf 17 Stufen erweiterte Skala der Windstärke, um auch innerhalb der Windstärke 12 (Orkan) noch eine weitere Unterteilung vornehmen zu können. Windstärke 12 war ursprünglich nach oben hin nicht begrenzt.
Das Ausmaß der Bedeckung des Himmels mit Wolken wird vom Wetterbeobachter geschätzt und im Klimadienst in Zehntel bzw. im Synoptischen Dienst in Achtel angegeben. Die Angaben reichen von 0/8 oder 0/10 (wolkenlos) bis 8/8 oder 10/10 (bedeckt). Im Wetterbericht erfolgt meist folgende Zuordnung: 0/8 = wolkenlos, 1-2/8 = heiter, 3/8 = leicht bewölkt, 4-6/8 = wolkig, 7/8 = stark bewölkt, 8/8 = bedeckt. Im Flugwetterdienst werden die Achtel wie folgt zusammengefaßt: 0/8 "sky clear" (SKC) für wolkenlos, 1-2/8 "few" (FEW) für wenig bewölkt, 3-4/8 "scattered" (SCT) für aufgelockert bewölkt, 5-7/8 "broken" (BKN) für eine durchbrochene und 8/8 "overcast" (OVC) für eine geschlossene Wolkendecke.
Beschleuniger sind wie der Name schon vermuten läßt dazu da, einen Gleitschirm zu beschleunigen. Das geht dadurch, dass man mit die vorderen Leinenebenen (A- und B, teilweise auch C-Leinen) herunter zieht. Damit ändert sich der sogenannte Anstellwinkel, der Gleitschirm geht also mit der Kappe nach vorne/unten und fliegt schneller. Das bringt neben der höheren Geschwindigkeit allerdings auch eine höhere Anfälligkeit für Klapper, da sich der Anstellwinkel verkleinert. Anfängergleitschirme haben zumindest in der Schulung häufig noch keinen Beschleuniger, da man da eigentlich mit dem Rest des Schirms genug zu tun hat Aber man sollte so früh wie möglich den Beschleuniger einstellen und eventuell mal unter dem wachsamen Auge eines Fluglehrers ausprobieren, da man mit dem Beschleuniger recht einfach brenzligen Situationen entkommen kann.
Die Sonnenstrahlen werden auf ihrem Weg durch die Atmosphäre zur Erde an den Molekülen der Luft gestreut. Dabei ist die Streuung bei kürzeren Wellenlängen (blau) stärker als bei längeren (rot). Der Effekt ist umso größer, je reiner die Luft ist (wenig Staub und Wasserdampf). Die Luftteilchen lenken also am meisten das blaue Licht ab, am wenigsten das gelbe, fast gar nicht das rote. Das blaue Licht, das durch die Streuung aus seiner ursprünglichen Bahn gelenkt wird, trifft auf andere Luftteilchen und wird von ihnen weiter abgelenkt. Das Blau scheint so für den Beobachter auf der Erdoberfläche nicht direkt von der Sonne zu kommen, sondern aus allen Teilen des Himmelgewölbes. Morgens und abends ist der Weg der Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre wesentlich länger, sodaß auch das gelbe Licht abgelenkt wird. So entsteht die gelbe bis rötliche Färbung des Morgen- und Abendhimmels und auch der Sonnenscheibe selbst. Ist die Luft stark wasserdampfhältig, verstärkt sich dieser Effekt und man spricht vom Abendrot. Die feuchte Luft (in den höheren Schichten) kann Wetterverschlechterung ankündigen.
Eine meist nachts durch Ausstrahlung auftretende Erscheinung, bei der die Lufttemperatur vom Erdboden bis in eine gewisse Höhe zunimmt und erst darüber abnimmt, wie es der normalen Schichtung der Atmosphäre enspricht. Siehe Inversion.
Nach internationaler Übereinkunft wird der Wind in 6 m Höhe gemessen. Wichtig besonders für Starts und Landungen der Flugzeuge, die gegen den Bodenwind erfolgen müssen.
Als Böenwalze ("sqall line") wird eine besonders ausgeprägte, dunkelfarbige Wolkenform bezeichnet, die unmittelbar vor dem Herannahen einer heftigen Gewitterfront auftritt. Sobald in einer Gewitterwolke Niederschlag einsetzt, kühlen Regen und Graupel oder Hagel den entgegenströmenden Aufwind ab und drehen ihn um. Dieser kalt gewordene Abwind stürzt dann in die Tiefe. An der Erdoberfläche breitet sich die Kaltluft nach allen Seiten in einer flachen Schicht aus und hebt die dort auf die Gewitterwolke zuströmende feuchtwarme Luft an, wodurch es zu Kondensation, also Wolkenbildung kommt; es bildet sich ein sog. Böenkragen, eine bogenförmige Wolkenwalze ("arc cloud"). Die damit verbundene Staubaufwirbelung kann die Bodensichtweite extrem einschränken. Eine Böenwalze gilt für die Luftfahrt als besonders gefährlich (Windscherung, also plötzlicher Rückenwind bei Start und Landung, und starke Turbulenz). Siehe Downdraft.
Heftiger, kalter, trockener Fallwind an der Küste Dalmatiens. Der Name wird auch in anderen Gebieten für ähnliche Winde vom kalten Hochland zum wärmeren Tiefland verwendet.