Beim Sackflug bewegt sich der Gleitschirm ohne Vorwärtsgeschwindigkeit fast senkrecht nach unten. Bei vollständig geöffneter Kappe beträgt die Sinkgeschwindigkeit 4 - 7 m/s. Der Sackflug entsteht durch einen Strömungsabriß an der Profiloberseite und der Schirm wird fast nur von unten angeströmt. Ein solcher Zustand kann durch Veränderung der Trimmung durch Längenänderung der Leinen, Anstellwinkelvergrößerungen oder Alterung des Tuches bedingt sein. Aber auch Flugmanöver, wie ein zu lansam ausgeleiteter B-Stall oder durch Anbremsen des Schirmes beim Ohren anlegen können den Schirm in einen Sackflug versetzen.
Auch wenn Gleitschirmflieger sich nicht in erster Linie für einen Schnellabstieg interessieren, so ist doch in einigen Fällen ein rascher Höhenabbau erforderlich oder sinnvoll. Dabei gibt es unterschiedliche Techniken, die dies ermöglichen. Sie unterscheiden sich durch die angezielte Sinkgeschwindigkeit: für Bereiche von 3-6 m/s wird meist das sogenannte Ohrenanlegen eingesetzt. Bei höheren Sinkgeschwindigkeiten kommen B-Stall oder Steilspirale in Frage. Die beiden letztgenannten Verfahren erfordern aber einen hohen Stand des fliegerischen Könnens, da sie mitunter nicht unproblematisch verlaufen.
Spricht sich "sohring" - mit "soaring" outet man sich als Theorie-Flieger...
Im Hangaufwind kann man (wenn man's kann...) stundenlang spielen, indem man in geringer Höhe die aufsteigenden Winde ausnutzt. Besonders gut geht das an Dünen oder Bergen ohne viel Bewuchs, da dort die Strömung besonders sauber (laminar) anliegt. Das ganze nennt sich dann "Soaring" und funktioniert zum Teil selbst an winzigsten Hügelchen, die zum Beispiel in den Alpen schmächlich übersehen würden, im Flachland allerdings eine geniale Möglichkeit zum Fliegen darstellt.
Die Spannweite wird entweder am ausgebreiteten Schirm oder projiziert gemessen. Sie beschreibt den Abstand zwischen den äußersten Schirmteilen an der Querachse.
Der englische Begriff Stall bezeichnet einen Strömungsabriß und damit einen kritischen Moment im Flug, auf den erfahrene Piloten aber reagieren können. Konkrete Varianten des Stalls sind seitlicher Einklapper, Frontstall, Fullstall und Sackflug.
Die Steilspirale ist eine Möglichkeit um schnell Höhe abzubauen. Der Gleitschirm bewegt sich dabei in schnellen und engen Kurven mit relativ hoher Schräglage der Kappe nach unten und erreicht Sinkwerte zwischen 10 und 18 m/s. Dieses Manöver sollte nur von erfahrenen Piloten geflogen werden. Der Gleitschirm erreicht dabei Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h, der Pilot bis zu 120 km/h. Es treten Beschleunigungskräfte zwischen 2 und 3,5 G auf. Je nach Schirm muß die Steilspirale aktiv durch den Piloten wieder ausgeleitet werden.
Die Steuerleinen (auch als Bremsleinen bezeichnet) ermöglichen dem Pilot das Steuern des Schirms. Je eine Steuerleine ist mit der rechten und linken hinteren Kante des Schirms verbunden. Durch einen Zug an der Steuerleine wird die entsprechende Kante des Schirms nach unten gezogen und der Luftwiderstand erhöht. Ein gleichzeitiges Anbremsen bremst den Schirm, ein einseitiges Anbremsen ermöglicht das Fliegen einer Kurve.
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